PHOTO UNIVERSAL

Stefan SeipStefan Seip
arbeitet als Fotograf, Fototrainer und Buchautor in Stuttgart.
Bereits als Vierzehnjähriger hat er seine erste Kamera in den Händen gehalten. Seitdem hat ihn die Faszination Fotografie nicht mehr losgelassen, und er hat sich ununterbrochen autodidaktisch weitergebildet. Nach seiner Ausbildung als Diplom-Biologe und Computerspezialist war er als Trainer und Manager in der IT-Branche tätig. 2003 machte er sein ernsthaft betriebenes Hobby zum Beruf.
In seinen Workshops und Vorträgen gibt er seine langjährige Erfahrung mit Enthusiasmus und Freude an die Teilnehmer weiter.


Bilder von den Workshop-Teilnehmern am 26.03.2009 "Makro" hier


Am 26. März füllte sich der Seminarraum bei PHOTO UNIVERSAL mit den Teilnehmern des Makrophotographie-Workshops unter der Leitung von Stefan Seip. Allesamt gerüstet mit ihren Kameras und voller Erwartung, was der Zusatz 'kreativ' bei der Makrophotographie bedeutet, denn mit diesem Attribut war der Workshop betitelt.

Doch vor den Erfolg, so heißt es, haben die Götter den Schweiß gesetzt.
Daher startete die Veranstaltung mit einem Vortragsteil, in dem die technischen Grundlagen der Makrophotographie erläutert wurden. Zur Sprache kamen Vor- und Nachteile der zahlreichen Zubehörteile, die eine digitale Spiegelreflexkamera in eine makrofähige Ausrüstung verwandeln. Einen Königsweg gibt es dabei nicht, denn alles hängt ab von den bevorzugten Motiven, dem gewünschten Abbildungsmaßstab und der geforderten, technischen Abbildungsqualität. Der theoretische Teil wurde abgerundet mit Informationen zu den Themen Licht und Beleuchtung, Einsatz von Blitzlicht und der Bewältigung jener Schwierigkeiten, die für die Makrophotographie typisch sind. Als Appetitanreger präsentierte Seip eine Kollektion seiner Makroaufnahmen, bei denen die Bildwirkung im Vordergrund steht – unter Hintanstellung der Frage nach der Erkennbarkeit des photographierten Sujets. Erlaubt ist alles, was gefällt, so könnte man diesen Teil des Workshops beschreiben, der sogar den bewussten Einsatz von Abbildungsfehlern bestimmter Objektive im Makrobereich einschließt.

 

Mit dieser Erkenntnis ging es zunächst zum gemeinsamen Mittagessen und anschließend an die praktische Arbeit. Mit Leuchtpulten, Lichtzelten, Lampen, Makro-Tischen und Aufhellern standen die Hilfsmittel bereit, mit denen sich jeder Makrophotograph ohne große Investitionen auch für das 'Ministudio' zuhause ausstatten kann. Aus einer simplen Tulpenblüte gelangen den Teilnehmern auf diese Weise Photographien, die durch ihre Zartheit, Anmutung, Ausstrahlung und Farbgebung wie ein gekonntes Gemälde wirken. Genau genommen zeigen diese Bilder viel mehr als eine Tulpe, sondern können als Visualisierung des Frühlings und den damit verbundenen Emotionen gelten.

 
Auch andere, von den Workshop-Teilnehmern mitgebrachte Gegenstände verwandelten sich bei gekonntem Einsatz von selektiver Schärfe, passender Beleuchtung, wohl überlegtem Bildausschnitt und manueller, zielgerichteten Belichtung in Photos von Zauberwelten. Glasmurmeln wurden zu einem fernen Planetensystem, Nudeln zu einer Komposition aus Pastellfarben und -tönen, Blumenstängel in der Vase zu einem Märchenwald und das Zentrum einer Blüte zum Blick in die Feuersbrunst der Hölle.
Bei der anschließenden Sichtung der entstandenen Photos mit Diskussion waren sich alle einig: Durch die Makrophotographie eröffnet sich ein neues Universum voller spannender Motive. Richtig in Szene gesetzt, reichen in jedem Haushalt vorhandene Gegenstände aus, um daraus kunstvolle und - ja, auch - kreative Photographien entstehen zu lassen. Damit konnte die im Titel der Veranstaltung anvisierte Zielsetzung erreicht werden, ohne dass jemand die überstrapazierte 'Biene auf der Blume' je vermisst hätte.
Bilder von den Teilnehmer hier
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