PHOTO UNIVERSAL

Stefan SeipStefan Seip
arbeitet als Fotograf, Fototrainer und Buchautor in Stuttgart.
Bereits als Vierzehnjähriger hat er seine erste Kamera in den Händen gehalten. Seitdem hat ihn die Faszination Fotografie nicht mehr losgelassen, und er hat sich ununterbrochen autodidaktisch weitergebildet. Nach seiner Ausbildung als Diplom-Biologe und Computerspezialist war er als Trainer und Manager in der IT-Branche tätig. 2003 machte er sein ernsthaft betriebenes Hobby zum Beruf.
In seinen Workshops und Vorträgen gibt er seine langjährige Erfahrung mit Enthusiasmus und Freude an die Teilnehmer weiter.


Portraits ohne Studio
Am 15. Juni lautete das Thema bei PHOTO UNIVERSAL 'Portraits ohne Studio'. Der Workshop wurde von Stefan Seip durchgeführt und lockte viele Teilnehmer aus nah und fern nach Fellbach.

 

Im theoretischen Teil des Workshops wurde zunächst der Portrait-Begriff präzisiert und als eine von Modell und Photograph gewollte und herbeigeführte Situation beschrieben. Dadurch fallen streng genommen 'Schnappschüsse' aus dem besprochenen Themengebiet heraus. Das übrige Spektrum allerdings reicht vom hochwertigen Erinnerungsbild über eine Milieustudie bis hin zu einer kunstvollen Darstellung menschlicher Gesichter. Juristische Aspekte zum 'Recht am eigenen Abbild' kamen ebenso zur Sprache wie konkrete Empfehlungen zur verwendeten Technik. Erfreulicherweise hält sich der apparative Aufwand bei der Portraitphotographie in Grenzen, so dass ein Großteil der Aufgaben bereits mit einem einzigen Objektiv zu bewältigen ist.

 

Was in allen Bereichen der Photographie gilt, hat in der Portraitphotographie eine besonders große Bedeutung: Nicht die Technik sollte im Vordergrund stehen, sondern das Motiv. Und weil das bei der Portraitphotographie eine lebendige Person ist, kann auf eine Kommunikation zwischen Photograph und Modell nicht verzichtet werden. Eine ganze Reihe von Tipps zeigte Möglichkeiten auf, wie das Modell die Photosession einerseits als angenehme Erfahrung wahrnimmt, andererseits aber auch auf die Wünsche des Photographen eingeht.
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Danach wurden die Teilnehmer mit einer Fülle von Beispielportraits konfrontiert, die sich interaktiver Bildkritik zu unterziehen hatten. Eingestreute Negativbeispiele verdeutlichten, dass es viele Dinge gibt, die man bei der Portraitphotographie falsch machen kann. Die positiven Exempel jedoch führten vor Augen, welch gewaltige Wirkung von einem gelungenen Portraitphoto ausgeht. Das war eine mächtige Motivation für den zweiten, praktischen Teil des Workshops. Doch vor dieser Aufgabe bedeutete die physische Stärkung in Form eines gemeinsamen Mittagessens eine angenehme Notwendigkeit.
BildBei der anschließenden Photopraxis wurde ganz bewusst auf eine Studioeinrichtung mit Hintergrund und raffinierter Beleuchtungstechnik verzichtet. Einerseits weil viele Amateurphotographen ohnehin über keine derartige Einrichtung verfügen, andererseits mit etwas Geschick auch in normalen Innenräumen oder im Freien gut ausgeleuchtete und natürlich wirkende Portraitaufnahmen entstehen können. Das Wetter diktierte mit Starkregen zu Beginn die Reihenfolge, so dass mit Arbeiten in den Innenräumen der Firma PHOTO UNIVERSAL begonnen wurde. Im Nu verwandelten sich die Räume und das Treppenhaus in ein 'improvisiertes Photostudio auf mehreren Stockwerken'; überall hörte man Kameras klicken. Besonders begehrt vor der Linse waren die reizenden Portraitmodelle, die von einigen Teilnehmern speziell zu diesem Termin 'engagiert' hatten. Doch der Workshopleiter Stefan Seip legte auch Wert darauf, einmal die Position VOR einer Kamera einzunehmen, um einen Einblick in die Befindlichkeiten eines Modells zu erhalten.

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Neben der normalen Raumbeleuchtung und diffusem Tageslicht aus den Fenstern wurde auch Licht aus Systemblitzgeräten verwendet, allerdings nur als zusätzliche Aufhellung und im indirekten Einsatz, um die vorhandene Lichtsituation nicht zu zerstören.

Zum Ende der praktischen Session hatte das Wetter doch noch ein Einsehen, so dass einige Arbeiten im Freien möglich waren. Der bedeckte Himmel entpuppte sich dabei sogar als Glücksfall und ist als Lichtquelle einem strahlend blauen Himmel mit greller Sonne vorzuziehen.

Teilweise erschöpft, aber zufrieden kehrte die Workshop-Gesellschaft nach den Aufnahmen in den Kursraum zurück, um die Bildergebnisse zu sichten und darüber zu diskutieren. Einige der entstandenen Photos wirkten - ohne Übertreibung - wie professionelle, in einem Studio entstandene Portraits. als sie mit einem Hochleistungs-Beamer an die Leinwand projiziert wurden. Andere betonten eine Lebendig- und Natürlichkeit, die in einer Studioumgebung manchmal nur schwer zu erreichen ist. Mit einem fleißigen Bildertausch per Memory-Stick endete diese Veranstaltung.

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